toxikologe.de

Toxikologie in der Zukunft

toxikologe.de - Zukunft der Toxikologie

In den letzten Jahren hat sich das Berufsbild des Toxikologen gewandelt: Zunächst stand hauptsächlich die Erkennung und Behandlung von Vergiftungen im Vordergrund. Wobei es hier natürlich um vorsätzliche oder versehentliche Zuführungen gefährlicher Stoffe geht.

Heute sind diese Wirkungen jedoch größtenteils bekannt, weshalb es nun in erster Linie um die Konsequenzen durch die Belastung des Körpers mit neuartigen Substanzen wie Umweltgiften geht. Denn gerade hier besteht bei einer länger andauernden Aufnahme in sehr niedrigen Dosen eine schleichende Gefahr für den Organismus. Egal ob durch Nahrungsmittel, der Atemluft, dem Trinkwasser oder durch kontaminierte Erde am Wohnort können schwerwiegende Erkrankungen auftreten.

Krebserregende Stoffe wie etwa z.B. polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder Dioxine sind gefährlich, ebenso wie das Thema Feinstaub bzw. Dieselrusspartikel immer mehr auch in der breiten Öffentlichkeit bekannt wird. Hier können Toxikologen durch ihre Mithilfe fundierte wissenschaftliche Auskünfte geben und somit langfristig zu einer Verbesserung der Situation bzw. der vorausschauenden Abwendung möglicher Folgen beitragen.

Ein neues Fachgebiet für den Toxikologen ist die Gentechnik. Hier ist es besonders notwenig, frühzeitig mögliche Konsequenzen bei verändertem Erbgut von Menschen und Pflanzen vorherzusehen. Gerade neuartige Lebensmittel und Medikamente können jedoch ein großer Schritt in der Behandlung diverser bislang unheilbarer Krankheiten sein. Unerwünschte Nebenwirkungen werden natürlich heute deutlich besser erforscht, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Besonders in der EU, Japan oder der USA wurden die Gesetze diesbezüglich angepasst, um zu verhindern, dass Präparate ohne eingehende toxikologische Prüfung auf den Markt kommen. Übrigens müssen durch die verbesserten technischen Möglichkeiten auch immer weniger Tierversuche stattfinden, da Computermodelle und andere Alternativen zunehmend in der Forschung Einzug halten. Moderne molekularbiologische, biochemische und biometrische Techniken lösen diesen Bereich durch größere Genauigkeit ab und erlauben darüber hinaus eine praktisch unendliche Austestung von Risikofaktoren. Da sich die Mitglieder der anerkannten toxikologischen Gesellschaften an ethische Standards gebunden fühlen, ist neben dem Rückgang im Bereich der Tierversuche auch sichergestellt, dass sie nur dann angewendet werden, wenn dies unverzichtbar ist. Jeder Forscher ist sich seiner Verantwortung gegenüber lebenden Organismen bewusst und bemüht sich, bei den eingesetzten Tieren ein minimales Maß an Qual entstehen zu lassen oder diese eben gänzlich zu vermeiden. Auch die Weiterverwendung der gewonnenen Erkenntnisse findet nur im Rahmen der strengen Grundsätze der Berufsvereinigungen statt.

©2007 - toxikologe.de - alle Rechte vorbehalten